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Veranstaltungsprogramm 2004

„Entwicklung des Braunkohlenbergbaus: soziale und

siedlungsmäßige Auswirkungen“

Vorträge

18.03.2004        Vortrag Prof. Dr. Klaus Flink:

Burg – Markt – Stadt. Stadtbildung und Stadtrecht in Lechenich

Lechenich erinnert 2004 an seine Gründung vor 725 Jahren. In diesem Zusammenhang hält Prof. Flink einen Vortrag über Stadtbildung und Stadtrecht Lechenichs im 12.- 14. Jahrhundert. Behandelt wird einmal die äußere Entwicklung Lechenichs von der Burg- und Marktsiedlung zur schließlich auch „topographisch“ vereinigten Stadt, zum anderen die innerstädtische Organisation des Rechts- und Sozialgefüges der nunmehr zu „Bürgern“ gewordenen Einwohner. Im Vergleich mit einem anderen Beispiel wird der lokale Beitrag der kleinen Burg- und Amtsstadt Lechenich zur allgemeinen Entwicklung von Stadtbildung und Stadtrecht dargestellt. Dabei gilt der „präurbanen“ Burg-Markt-Situation und dem bodenrechtlichen Aspekt der Siedlungskonzentration besonderes Interesse.

Der Referent ist einer der ersten Kenner der rheinischen Stadtgeschichte und Bearbeiter der Ausgabe Lechenich des Rheinischen Städteatlasses.

 

Ort: Lechenich – Pfarrzentrum St. Kilian

Zeit: 19.00 Uhr

                               Lechenich im 17. Jahrhundert

18.11.2004         Vortrag Dr. Manfred Faust

Arbeit und Arbeiterbewegung im rheinischen Braunkohlenrevier vor dem Ersten Weltkrieg

Das Rheinische Braunkohlenrevier war der Spätstarter unter den deutschen Kohlerevieren. Aber nachdem 1877 auf der Roddergrube bei Brühl das erste Braunkohlen-”Briquet” gepresst worden war, begann im “Wilden Westen” zwischen Brühl und Bergheim eine stürmische Entwicklung und Aufholjagd der neuen Industrie: Die Villewälder wurden gerodet, überall wurden neue Löcher gegraben und Brikettfabriken errichtet. Die Anfänge waren schwierig und krisengeschüttelt, die Arbeitsbedingungen hart: Deckgebirge und Kohle wurden per Hand mit Hacke und Schaufel abgegraben. Die Schichtzeit betrug 12 Stunden bei jedem Wind und Wetter, bei Anmarschwegen von 2 Stunden und mehr. Von Duschen oder Erste-Hilfe-Stationen keine Spur! Und Arbeitgeber, Behörden und Katholische Kirche ließen nichts unversucht, das Aufkommen von Arbeiterorganisationen zu verhindern, die bis zum Ersten Weltkrieg auch praktisch bedeutungslos blieben. Im Rheinischen Revier waren dabei die christlichen Gewerkschaften, deren erste Zahlstellen in Pingsdorf und Liblar entstanden, deutlich stärker als die sozialdemokratischen. In den Kreisen Bergheim und Euskirchen besaßen sie bis zum Ersten Weltkrieg sogar ein Monopol. In Oberliblar wurde denn auch 1906 die erste, hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle des Christlichen Gewerkvereins gegründet. Dieses christliche Gewerkschaftshaus ist bis heute in der Nähe des Liblarer Bahnhofs erhalten.

Der Referent, Leiter des Stadtarchivs Hürth, präsentiert die Ergebnisse seiner jahrelangen historischen Forschungen auf diesem Gebiet.

Vorsorglich möchten wir darauf aufmerksam machen, dass unmittelbar vor diesem Vortrag die jährliche Mitgliederversammlung statt findet.

Ort:   Katholisches Pfarrheim St. Joseph in Köttingen

Hermann-Köster-Str. 34

Zeit: 19.00 Uhr

 

                                   Arbeitersiedlung in Köttingen

 

Historische Führungen

 

 

19.06.2004         Das Bergarbeiterdorf Köttingen

Gemeinschaftsveranstaltung Geschichtsverein Erftstadt/Arbeitskreis Köttingen der VHS/

Dorfgemeinschaft Köttingen

 

Der VHS-Arbeitskreis „Dorfgeschichte Köttingen“ hat einen Gang durch die Geschichte des Ortes ausgearbeitet. Neben dem alten Ortskern gilt das Interesse vor allem der Bergarbeitersiedung, die nach dem Ersten Weltkrieg das Aussehen und den Charakter des Dorfes radikal veränderte. Wo lagen alte Bauernhöfe, Gasthöfe und Geschäfte oder der Bahnhof, wo befanden sich die Gruben und Brikettfabriken oder in welchen Bunkern suchten die Köttinger im Zweiten Weltkrieg Schutz? Die historische Führung wird mit einem Umtrunk und kleinen Imbiss enden.

Treffpunkt: Annakapelle Peter-May-Straße/ Ecke Triftweg

Zeit: 15.00 Uhr

 

 

25. Sept. 2004   „Em Längche“ (Kierdorf): Braunkohlengruben –

Brikettfabrik Concordia – Rekultivierung

 

Bereits im Sommer des Jahres 1739 wurde im Kierdor-fer Gemeindebroich zum ersten Male rheinische Braun-kohle planmäßig gewonnen. So kann Kierdorf als die „Wiege des Rheinischen Braunkohlenbergbaus“ (Fritz Wündisch) bezeichnet werden.

Die erste Brikettfabrik im Liblarer Umkreis – Concordia-Nord in Zieselsmaar - wurde 1891 durch den Unter-nehmer Karl Brendgen errichtet und aufgrund der voll-ständigen Auskohlung der umliegenden Gruben im Jahre 1958 geschlossen. Die anschließenden Rekulti-vierungsmaßnahmen ließen eine abwechslungsreiche Wald- und Seenlandschaft entstehen.

Alle diese Aspekte sollen während der Geschichtswan-derung aufgezeigt werden.

 

Führung:   Fritz Hemmersbach

Treffpunkt: Schützenhalle Kierdorf, Matthias-Grell-Str.

Zeit:           15.00 Uhr

Dauer:       ca. 2 ½ Std.

                                   Brikettfabrik Concordia-Nord

12.02.2003        Das Zentralarchiv der RWE-Power AG

Das Archiv der RWE Power AG, ehemals das Archiv der Rheinbraun AG ist das zentrale Firmenarchiv zum Braunkohlenbergbau und der Brikettfabrikation im Westen Deutschlands. Herr Coenen, der Leiter des Archivs, gibt einen Überblick über die Arbeit des Archivs und seine Bestände mit besonderer Berücksichtigung des Erftstädter Gebiets.

 

Ort:   RWE POWER AG

         PFM-IB Zentralarchiv

         Dürwisser Straße

         52249 Eschweiler-Weisweiler

Zeit: 14:00 Uhr

 

 

14. 10. 2004       Besuch im Kreisarchiv Euskirchen

Erftstadt gehörte bis 1975 zum 1816 gegründeten Kreis Euskirchen (bis 1827 als Kreis Lechenich). Das Kreisarchiv, das die Überlieferung der Kreisverwaltung Euskirchen verwahrt, ist deshalb eine der wichtigsten Stellen für die Erforschung der Erftstädter Geschichte. Frau Pütz, die Leiterin, gibt einen Überblick über die Arbeit des Archivs und seine Bestände mit besonderer Berücksichtigung des Erftstädter Gebiets.

 

Ort:   Kreisarchiv Euskirchen

         Jülicher Ring 32

         53879 Euskrichen

Zeit: 16:00 Uhr

                                    Die Mitarbeiterinnen des Archivs und der Bibliothek des Kreises Euskirchen

Sonderveranstaltung

 

08.05. 2004        Führung:

Abtei Brauweiler bei Köln

 

Der Komplex der ehemaligen Benediktinerabtei St. Nikolaus und St. Medardus in Brauweiler zählt zu den wenigen noch erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen im Rheinland. Hervorgegangen aus einer Gründung der lothringischen Pfalzgrafenfamilie im 11. Jahrhundert war die Abtei 780 Jahre lang ein geistiger und kulturell-religiöser Mittelpunkt im Kölner Umland. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde die Abtei 1802 durch Säkularisation aufgehoben. Während die Abteikirche ihre Funktion als Gotteshaus beibehalten konnte, mussten die Abteigebäude zweckentfremdet verschiedenen Bestimmungen dienen. Departements-Bettleranstalt (nach Dekret Napoleons), preußische Provinzialarbeitsanstalt (ab 1815), kurzfristig Konzentrationslager 1933/34 und danach Gestapogefängnis bis 1945 (in einem Teil der Gebäude), Lager für Displaced Persons (1945-1949), anschließend Rheinische Arbeitsanstalt und ab 1969 Rheinisches Landeskrankenhaus. Nach dessen Schließung 1978 wurde der Gebäudekomplex vom Landschaftsverband Rheinland grundlegend restauriert und enthält seither eine Reihe von Dienststellen der Kulturabteilung des Landschaftsverbandes.

 

Führung: Peter Schreiner

Treffpunkt: Eingang der Abteikirche

Zeit: 10.00 Uhr

Unkostenbeitrag: 5.00 €

                                               Abtei Brauweiler

 

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